Fankultur - wohin des Wegs?

Hier wird rund um den FC Sion und Fussball im Allgemeinen diskutiert

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BoondockSaint
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Fankultur - wohin des Wegs?

Beitrag von BoondockSaint » Fr 26 Mär 2010, 11:40

Ich wage es mal, ein etwas heikles Thema anzuschneiden. Ich erwarte hitzige Diskussionen und das Aufeinanderprallen unterschiedlichster Sichtweisen.
Grundsätzlich möchte ich mal in die Runde fragen, wie ihr die Entwicklung der Fankultur in letzter Zeit erlebt habt und wie ihr euch die Fankurven in Zukunft vorstellt.

Ich schlage mal vor, dass wir das Hooligan-/Gewaltthema vorerst mal weglassen und uns auf die Fankurven an sich konzentrieren.

Mit dem neuen Stadion und dem wohl anstehenden Umzug nach Riddes sind wir als Anhänger des FC Sitten schon in naher Zukunft mit solchen Entwicklungen konfrontiert. Treue Anhänger oder gar komplette Fanclubs könnten dem Verein den Rücken kehren. Wäre das wohl das Ende der Fankultur wie wir sie heute kennen oder werden sich einfach neue Anhänger finden, die die alten Traditionen aufrecht erhalten?

Was denkt ihr?
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sabac
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Beitrag von sabac » Fr 26 Mär 2010, 12:41

naja das ganze ultras zeugs hat ja nicht ne grosse oder alte tradition.. kam ja hier erst so anfangs, mitte der 90er jahre auf oder? na gut, ich nehme mal an für die meisten jungen hier im forum ist das die einzige tradition welche sie kennen :DD
einerseits finde ich die ultras mit den choreos und der bedingungslosen unterstützung für die eigene mannschaft super.. andererseits nervt mich der dauernde gesang. stimmung kommt da nicht auf. und man vereint auch nicht das ganze stadion in wichtigen phasen eines spiels gegen den gegner, so wie es früher war.

das ganze ist also ein zweischneidiges schwert - es gibt pro und kontra.. ich weiss einfach nicht was die ultras zb. gegen ein im stadion übergreifendes hop sion haben.
was ich genossen habe war der schluss des luzern spiels. solche sachen gäbe es wohl ohne ultras nicht..

für mich gehört der fc sion nach sion und fertig. aber ich muss auch sagen, riddes ist nicht martigny und ich könnte/würde mich wohl anpassen.
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The Eye
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Beitrag von The Eye » Fr 26 Mär 2010, 13:10

Im dem Moment, wo wir über FanKULTUR sprechen, gibt es nur einen Satz über die aktuelle "Kultur":

Diejenigen, die sich selbst als die ultimativen Beschützer der Fankultur betrachten, zerstören sie derzeit.
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sabac
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Beitrag von sabac » Fr 26 Mär 2010, 13:13

The Eye hat geschrieben:Im dem Moment, wo wir über FanKULTUR sprechen, gibt es nur einen Satz über die aktuelle "Kultur":

Diejenigen, die sich selbst als die ultimativen Beschützer der Fankultur betrachten, zerstören sie derzeit.
wie wahr wie wahr..

der artikel passt auch hier rein, obwohl es sich um hertha berlin handelt..

http://www.11freunde.de/bundesligen/128725?page=1
Joker
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Beitrag von Joker » Fr 26 Mär 2010, 13:18

Ich persönlich sehe für die Zukunft schwarz.

Momentan wird massiv übertrieben mit Repression und der ganzen Scheisse. Das so die Fankultur, so wie man sie jetzt kennt, kaputt geht sollte jedem klar sein. Ob die Repression berechtigt ist soll mal jeder für sich entscheiden, was mich persönlich stört ist die einseitige Berichterstattung in den Medien. Aber nun gut, da wird sich in nächster Zeit nichts zum Positiven wenden, wird alles nur noch schlimmer. Richtiger Teufelskreis sowas, Aktion - Gegenreaktion...

Was ich aber noch viel schlimmer finde ist die Entwicklung in welche der Fussball immer mehr tendiert. Geld regiert die Welt, es ist naiv zu glauben dass das im Fussball anders ist. Aber momentan ist mir das alles zuviel des guten. Vereine werden aufgekauft, Logos werden geändert, neue Stadien welche jeglichen Charme vermissen lassen etc. Gibt sicher Personen welche das alles nichts ausmacht, mich störts aber gewaltig.
Traurig an der ganzen Sache ist das auch solche Vereine "Fans" anziehen können, siehe z.B Red Bulld Salzburg.
Stimmt der Erfolg wird anscheinend auf die Tradition geschissen, echt zum kotzen sowas.

Ist jetzt alles nich so schön ausgedeutscht, aber es fällt mir relativ schwer das was ich über diese Entwicklung denke in Worte zu fassen...
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Beitrag von Joker » Fr 26 Mär 2010, 13:20

The Eye hat geschrieben:Diejenigen, die sich selbst als die ultimativen Beschützer der Fankultur betrachten, zerstören sie derzeit.
Soso, dann erklär mal. Bin gespannt :RR
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saga
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Beitrag von saga » Fr 26 Mär 2010, 14:01

http://de.eurosport.yahoo.com/04122009/ ... eiche.html

4-teilige Serie über die Fankultur, zwar aus Deutschland, aber gewisse Ähnlichkeiten sind schon vorhanden :ZW
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The Eye
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Beitrag von The Eye » Fr 26 Mär 2010, 14:46

Joker hat geschrieben:
The Eye hat geschrieben:Diejenigen, die sich selbst als die ultimativen Beschützer der Fankultur betrachten, zerstören sie derzeit.
Soso, dann erklär mal. Bin gespannt :RR
Wer die Anonymität der Masse nutzt, um unter dem Vorwand der Liebe zu einem Club gegen gültige Gesetze zu verstossen und das dann auch noch zu rechtfertigen mit Werten wie Ehre, Stolz und Treue - der hat irgend etwas auf dieser Welt nicht verstanden!!!
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Beitrag von Joker » Fr 26 Mär 2010, 15:06

Man soll sich also an Gesetze halten welche die Ausübung der eigenen Fankultur stark behindern und einfach null Sinn machen? Es sind Gesetze von Idioten!

Schon mal daran gedacht wieso sich die Gewaltspirale immer weiter dreht? Vielleicht weil der Staat versucht seine Gesetze, welche teilweise an Dummheit nicht zu überbieten sind, durchzusetzen.

Beispiel gefällig? Letzte Woche als Basel in St. Gallen zu Gast war haben Sicherheitskräfte in der Intimsgegend einiger Basler Pyro gefunden. Die Personen wurden verhaftet worauf die Basler logischerweise ihren Kollegen geholfen haben. Gab anscheinend einige Verletzte, hab sogar was von einem Armbruch gehört.

Macht doch Sinn sowas nicht? Um ein bescheuertes Gesetz durchzusetzen werden fahrlässig Verletzte in Kauf genommen welche bei Anwendung von Pyrotechnischen Gegenständen in diesem Masse nie auftreten!
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The Eye
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Beitrag von The Eye » Fr 26 Mär 2010, 15:16

Man soll sich also an Gesetze halten welche die Ausübung der eigenen Fankultur stark behindern und einfach null Sinn machen? Es sind Gesetze von Idioten! ES SIND GESETZE!!! WENN DU DICH IN DER SCHWEIZ AUFHÄLTST, GELTEN SCHWEIZER GESETZE, IN FRANKREICH FRANZÖSISCHE, IN ENGLAND ENGLISCHE, USW...

Schon mal daran gedacht wieso sich die Gewaltspirale immer weiter dreht? Vielleicht weil der Staat versucht seine Gesetze, welche teilweise an Dummheit nicht zu überbieten sind, durchzusetzen. WÜRDE DER STAAT DAS NICHT TUN - WAS WÄRE DANN DER SINN VON GESETZEN? WANDERE AM BESTEN AUS IN EIN LAND, IN DEM DIE GESETZE DIR GEFALLEN - ODER GRÜNDE EIN EIGENES LAND. P.S: EIN STADION UND SEINE PERIPHERIE SIND K E I N EIGENES LAND!

Beispiel gefällig? Letzte Woche als Basel in St. Gallen zu Gast war haben Sicherheitskräfte in der Intimsgegend einiger Basler Pyro gefunden. Die Personen wurden verhaftet worauf die Basler logischerweise LOGISCHERWEISE???? HALLO!!! ihren Kollegen geholfen haben. Gab anscheinend einige Verletzte, hab sogar was von einem Armbruch gehört. IST DAS STADION EIN RECHTSFREIER RAUM??? WENN MAN ETWAS VERBOTENES TUT (UND DIES VORSÄTZLICH) DARF MAN SICH ÜBER EINE STRAFE NICHT WUNDERN ODER BESCHWEREN, ODER?

Macht doch Sinn sowas nicht? Um ein bescheuertes Gesetz durchzusetzen werden fahrlässig Verletzte in Kauf genommen welche bei Anwendung von Pyrotechnischen Gegenständen in diesem Masse nie auftreten! WEISST DU, WAS DU HIER SCHREIBST???

Anmerkung: Ich kann viele, wirklich sehr viele Denkansichten verstehen. by the way: Ich war in Sitten der erste, der Pyro gezündet hat! Vielleicht sogar der erste in der ganzen Schweiz? Habe damals ends teure Seenotsignale aus Frankreich organisiert.... Aber inzwischen ist dies verboten. Punkt Schluss!
Zuletzt geändert von The Eye am Fr 26 Mär 2010, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.
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heida
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Beitrag von heida » Fr 26 Mär 2010, 15:19

Was haben Petradenwürfe und Schlägereien mit Fankultur zu tun?
Schon mal dran gedacht, das es solche "Gesetze" erst braucht, seid dem sich Leute wie die grössten Idioten im und ums Stadion benehmen? Seid dem gewisse Gruppiereungen unter dem Vorwand "Fankultur" ihr asoziales Getue ausüben?

Klar bin ich nicht mit allem Einverstanden, wie die Polizei sich benimmt. Aber ein wenig Schläge und Tränengas bei einigen Idioten kann ja evt. etwas gutes bewirken, damit ihre benebelte Denkweise und ihr asoziales Verhalten sich dem gesitteten Leben wieder anpassen kann!

Ich finde es gut, das man durchgreift! Um endlich die "Fankultur" wieder auf den anständigen (und richtigen) Weg zu bringen! Wenn man sich Prügeln will, so habe ich nichts dagegen. Aber nicht an Fussballspielen! Die Leibesvisitationen etc. darf ich dank solchen Idioten jedes Mal mehr oder weniger über mich ergehen lassen!

Pro anständige Fankultur! Aber dann müssen Schlägertypen raus! Und gegen Pyros habe ich nichts... Aber jene die zünden sollten ein wenig Intelligenz (und nicht nur Bier) in der Birne haben!
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Beitrag von Joker » Fr 26 Mär 2010, 15:22

The Eye hat geschrieben:WEISST DU, WAS DU HIER SCHREIBST???
Ja, und ich stehe voll dahinter. Obs einigen Usern passt oder nicht!
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saga
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Beitrag von saga » Fr 26 Mär 2010, 15:26

The Eye hat geschrieben:by the way: Ich war in Sitten der erste, der Pyro gezündet hat! Vielleicht sogar der erste in der ganzen Schweiz? Habe damals ends teure Seenotsignale aus Frankreich organisiert.... Aber inzwischen ist dies verboten. Punkt Schluss!
:AA Jetzt kannst du dir was kaufen...
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BoondockSaint
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Beitrag von BoondockSaint » Fr 26 Mär 2010, 15:46

Also unter Diskussion verstehe ich etwas anderes als Einzeiler-Beiträge und Links...

Meiner Meinung nach werden schon in naher Zukunft keine Pyros mehr gesehen. Die guten alten Stehplätze werden wohl auch abgeschafft.
Und mit ihnen werden wohl auch die Vorbrüller aus den Stadien verschwinden. Bleibt die Hoffnung, dass es danach trotzdem noch Leute gibt,
die aktiv etwas zur Stimmung beitragen wollen, sei dies durch Tifos oder orginelle Lieder, die sie der Kurve näher bringen.

Wünschenswert wäre es allemal.
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Ayaal Hirsi-Ali
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Beitrag von Ayaal Hirsi-Ali » Fr 26 Mär 2010, 16:01

Ich schlage mal vor, dass wir das Hooligan-/Gewaltthema vorerst mal weglassen und uns auf die Fankurven an sich konzentrieren.
Hihi, dein Vorschlag ist wohl nicht so ganz gut angekommen!

Zum Thema:
Eigentlich finde ich es ja durchaus in Ordnung, wenn Leute ihre Mannschaft die vollen 90 Minuten anfeuern und motivieren wollen, wenn jemand das tun will,
soll er es tun, wenn ich bock drauf habe schliesse ich mich an.
Finde aber, dass sich die Stimmung im Allgemeinen im Kop, naja sagen wir mal, verschlechtert oder zumindest nicht verbessert hat. Früher wurde je nach Spiel/Spielsituation individuell gesungen, skandiert, gepfiffen, geflucht... was zur Folge hatte, dass manchmal über die gesamten 90 Minuten nichts lief (auf dem Kop).
In heissen Spielen aber verwandelte sich das Tourbillon in einen wahren Hexenkessel, welcher so manchen Gegenspieler das Fürchten gelehrt hat.
Heute ists anders, man hat während des gesamten Spiels eine gewisse Grundstimmung. Was eigentlich auch nicht schlecht ist, nur hat man sich halt daran gewöhnt. Durch diese Gewöhnung glaube ich, ist es schwerer geworden die Kurve zum aktiven Mitmachen zu bewegen.
Weiss nicht ob ichs verständlich erklären kann aber ich versuchs mal. Wenn sich früher mal ein paar Leute zusammengeschlossen haben um ein HOPP SION zu skandieren, waren bald mal Leute, angestachelt durch das Spiel und den Masseneffekt, bereit sich anzuschliessen, was sich über die ganze Tribüne, manchmal sogar mehr, ausdehnte.
Dadurch, dass heute 90 Minuten lang gesungen wird, ist die Spezialität, das Einzigartige, die Spontaneität im grossen und ganzen ein bisschen gewichen, so dass manche die früher mitgesungen hätten, heute nicht mehr mitgezogen werden. Was eigentlich schade ist!
Was halt heute super ist, sind die ganzen zur Verfügung gestellten Fahnen, Banner, Transparente, etc Nebenbei ganz grosses Lob von mir an die Choreographen und Arbeiter, welche sich so aufopfernd mühe geben, um ihre Faszination für die Mannschaft, die Kultur und den Sport kreativ auszudrücken!!! :AA :AA

Zu Gewalt sage ich nur so viel: Manchmal habe auch ich das Gefühl, dass ziemlich viel mit der polizeilichen Generalklausel erklärt wird. Dies ist eine kritische Entwicklung (im allgemeinen, nicht nur im Stadion) welche man nicht so einfach als Gesetz akzeptieren sollte, wie dies hier einige tun! Schliesslich ist auch diese da, um die Individuuen gegen den Staat zu schützen und nicht, um das Handeln des Staates zu legitimieren.
Und: Manche Volllidioten haben es aber auch nicht anders verdient! Kriminelle Taten gehören bestraft!
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biber
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Beitrag von biber » Fr 26 Mär 2010, 16:07

Über Fankultur zu diskutieren und Gewaltthemen ausschliessen funktioniert sowieso nicht. Bengalisches Feuer etc wird von vielen als enorm wichtiger Teil der Fankultur bewertet. Da haben wirs dann schon.
Wers nicht glaubt soll die ersten Beiträge lesen...

Ich bin ganz der Meinung von The Eye.
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BoondockSaint
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Beitrag von BoondockSaint » Fr 26 Mär 2010, 16:13

biber hat geschrieben:Über Fankultur zu diskutieren und Gewaltthemen ausschliessen funktioniert sowieso nicht.
Wieso denn nicht? Mann kann doch über Choreos, Pyros, Fanlieder, Stehplätze, Capos, herzlose Betonklotz-Stadien und Cüpli-Gesellschaft diskutieren ohne das Hooligan-Thema anzuschneiden.
(By the way ist Pyro nicht gleichbedeutend mit Gewalt... das ist doch ein bisschen paranoid)
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milchi
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Beitrag von milchi » Fr 26 Mär 2010, 16:15

Ayaal Hirsi-Ali hat geschrieben:
Ich schlage mal vor, dass wir das Hooligan-/Gewaltthema vorerst mal weglassen und uns auf die Fankurven an sich konzentrieren.
Hihi, dein Vorschlag ist wohl nicht so ganz gut angekommen!

Zum Thema:
Eigentlich finde ich es ja durchaus in Ordnung, wenn Leute ihre Mannschaft die vollen 90 Minuten anfeuern und motivieren wollen, wenn jemand das tun will,
soll er es tun, wenn ich bock drauf habe schliesse ich mich an.
Finde aber, dass sich die Stimmung im Allgemeinen im Kop, naja sagen wir mal, verschlechtert oder zumindest nicht verbessert hat. Früher wurde je nach Spiel/Spielsituation individuell gesungen, skandiert, gepfiffen, geflucht... was zur Folge hatte, dass manchmal über die gesamten 90 Minuten nichts lief (auf dem Kop).
In heissen Spielen aber verwandelte sich das Tourbillon in einen wahren Hexenkessel, welcher so manchen Gegenspieler das Fürchten gelehrt hat.
Heute ists anders, man hat während des gesamten Spiels eine gewisse Grundstimmung. Was eigentlich auch nicht schlecht ist, nur hat man sich halt daran gewöhnt. Durch diese Gewöhnung glaube ich, ist es schwerer geworden die Kurve zum aktiven Mitmachen zu bewegen.
Weiss nicht ob ichs verständlich erklären kann aber ich versuchs mal. Wenn sich früher mal ein paar Leute zusammengeschlossen haben um ein HOPP SION zu skandieren, waren bald mal Leute, angestachelt durch das Spiel und den Masseneffekt, bereit sich anzuschliessen, was sich über die ganze Tribüne, manchmal sogar mehr, ausdehnte.
Dadurch, dass heute 90 Minuten lang gesungen wird, ist die Spezialität, das Einzigartige, die Spontaneität im grossen und ganzen ein bisschen gewichen, so dass manche die früher mitgesungen hätten, heute nicht mehr mitgezogen werden. Was eigentlich schade ist!
Was halt heute super ist, sind die ganzen zur Verfügung gestellten Fahnen, Banner, Transparente, etc Nebenbei ganz grosses Lob von mir an die Choreographen und Arbeiter, welche sich so aufopfernd mühe geben, um ihre Faszination für die Mannschaft, die Kultur und den Sport kreativ auszudrücken!!! :AA :AA

Zu Gewalt sage ich nur so viel: Manchmal habe auch ich das Gefühl, dass ziemlich viel mit der polizeilichen Generalklausel erklärt wird. Dies ist eine kritische Entwicklung (im allgemeinen, nicht nur im Stadion) welche man nicht so einfach als Gesetz akzeptieren sollte, wie dies hier einige tun! Schliesslich ist auch diese da, um die Individuuen gegen den Staat zu schützen und nicht, um das Handeln des Staates zu legitimieren.
Und: Manche Volllidioten haben es aber auch nicht anders verdient! Kriminelle Taten gehören bestraft!


Das beste Post das ich seit sehr sehr langer Zeit im Forum gelesen habe!!! Trifft meine Meinung praktisch 1 : 1 :AA
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Beitrag von gommi » Fr 26 Mär 2010, 16:19

biber hat geschrieben:Über Fankultur zu diskutieren und Gewaltthemen ausschliessen funktioniert sowieso nicht. Bengalisches Feuer etc wird von vielen als enorm wichtiger Teil der Fankultur bewertet.
was hat pyro mit gewalt zu tun?
medienhetzte scheint zu funktionieren!
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biber
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Beitrag von biber » Fr 26 Mär 2010, 16:22

Nein schlussendlich landet man immer wieder bei der Gewalt oder bei den bösen Polizisten und den idiotischen Gesetzen.
Ein Teil der von dir angsprochenen Stichwörter wie Pyros, Stehplätze bzw. Sicherheit in Stadien und die damit verbundenen baulichen Massnahmen enden dann wieder dort. Es dreht sich dann im Kreis. Lasse mich gerne eines besseren belehren. Bin gespannt, aber hat ja schon gut angefangen. :AA
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The Eye
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Beitrag von The Eye » Fr 26 Mär 2010, 16:32

saga hat geschrieben:
The Eye hat geschrieben:by the way: Ich war in Sitten der erste, der Pyro gezündet hat! Vielleicht sogar der erste in der ganzen Schweiz? Habe damals ends teure Seenotsignale aus Frankreich organisiert.... Aber inzwischen ist dies verboten. Punkt Schluss!
:AA Jetzt kannst du dir was kaufen...
Ach ja??? Was denn?? Wäre schön!
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Beitrag von thieu » Fr 26 Mär 2010, 16:53

Ayaal Hirsi-Ali hat geschrieben: Hihi, dein Vorschlag ist wohl nicht so ganz gut angekommen!

Zum Thema:
Eigentlich finde ich es ja durchaus in Ordnung, wenn Leute ihre Mannschaft die vollen 90 Minuten anfeuern und motivieren wollen, wenn jemand das tun will,
soll er es tun, wenn ich bock drauf habe schliesse ich mich an.
Finde aber, dass sich die Stimmung im Allgemeinen im Kop, naja sagen wir mal, verschlechtert oder zumindest nicht verbessert hat. Früher wurde je nach Spiel/Spielsituation individuell gesungen, skandiert, gepfiffen, geflucht... was zur Folge hatte, dass manchmal über die gesamten 90 Minuten nichts lief (auf dem Kop).
In heissen Spielen aber verwandelte sich das Tourbillon in einen wahren Hexenkessel, welcher so manchen Gegenspieler das Fürchten gelehrt hat.
Heute ists anders, man hat während des gesamten Spiels eine gewisse Grundstimmung. Was eigentlich auch nicht schlecht ist, nur hat man sich halt daran gewöhnt. Durch diese Gewöhnung glaube ich, ist es schwerer geworden die Kurve zum aktiven Mitmachen zu bewegen.
Weiss nicht ob ichs verständlich erklären kann aber ich versuchs mal. Wenn sich früher mal ein paar Leute zusammengeschlossen haben um ein HOPP SION zu skandieren, waren bald mal Leute, angestachelt durch das Spiel und den Masseneffekt, bereit sich anzuschliessen, was sich über die ganze Tribüne, manchmal sogar mehr, ausdehnte.
Dadurch, dass heute 90 Minuten lang gesungen wird, ist die Spezialität, das Einzigartige, die Spontaneität im grossen und ganzen ein bisschen gewichen, so dass manche die früher mitgesungen hätten, heute nicht mehr mitgezogen werden. Was eigentlich schade ist!
Was halt heute super ist, sind die ganzen zur Verfügung gestellten Fahnen, Banner, Transparente, etc Nebenbei ganz grosses Lob von mir an die Choreographen und Arbeiter, welche sich so aufopfernd mühe geben, um ihre Faszination für die Mannschaft, die Kultur und den Sport kreativ auszudrücken!!! :AA :AA

Zu Gewalt sage ich nur so viel: Manchmal habe auch ich das Gefühl, dass ziemlich viel mit der polizeilichen Generalklausel erklärt wird. Dies ist eine kritische Entwicklung (im allgemeinen, nicht nur im Stadion) welche man nicht so einfach als Gesetz akzeptieren sollte, wie dies hier einige tun! Schliesslich ist auch diese da, um die Individuuen gegen den Staat zu schützen und nicht, um das Handeln des Staates zu legitimieren.
Und: Manche Volllidioten haben es aber auch nicht anders verdient! Kriminelle Taten gehören bestraft!
Würd ich jetz auch so unterschrieben! Best Post seit langem!
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Beitrag von ocelot » Fr 26 Mär 2010, 18:05

saga hat geschrieben:
The Eye hat geschrieben:by the way: Ich war in Sitten der erste, der Pyro gezündet hat! Vielleicht sogar der erste in der ganzen Schweiz? Habe damals ends teure Seenotsignale aus Frankreich organisiert.... Aber inzwischen ist dies verboten. Punkt Schluss!
:AA Jetzt kannst du dir was kaufen...
aufpassen!

nicht verdiente user, mit wirklich verdiente leistungen beleidigen!

da hat einfach jemand ein bisschen mehr ahnung, vergangenheit und wissen als ihr.
muss man auch akzeptieren können!
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Beitrag von fanatic » Fr 26 Mär 2010, 18:58

Voilà hier haben wir das Problem:

Ein junger ultraorientierter Fan (Saga) zeigt einem Jahrzehnte langen eingefleischten Fan (the eye) auf, was betreffend Fankultur richtig und was falsch ist. Gut und recht - der Ton dabei jedoch seit Jahren (im Forum oder im Stadion): Absolut respektlos
So was haben das Auge und auch andere Sionfans nicht verdient.

Lange Zeit war ich von der Ultra-Bewegung begeistert. Auch heute finde ich noch viele positive Ansätze bei den Gruppierungen. Immer mehr jedoch störte mich:

-der früheren Fan-Bewegung wird nicht den Hauch von Respekt gezollt
-Akzeptanz von Nicht-Ultras = Null
-Keinen Versuch, den Graben zwischen Ultras und anderen Matchbesuchern zu verkleinern
-der Staat /die Polizei macht aus Ultra-Sicht einfach immer alles falsch (das "einfach immer" stört mich)
-Nutzung der Masse zur Gewalt/Sachbeschädigung
-Auch bei glasklaren Delikten wehrt man sich unentwegt für den deliquenten Kollegen
-Keine Distanzierung von Gewalt
-Keine Distanzierung zu Fackelwerfern (dabei meine ich auch, den Werfer nicht zu schützen), denn genau diese Fackelwerfer haben die Pyrokultur mit Gewalt in Verbindung bringen lassen!
-absolutes Unverständnis, wenn andere Fans mal keine Lust zum Singen haben
-Stimmungsmässig will man partout nicht auch das Spielgeschehen eingehen

Grossen Respekt den Ultras für den treuen Besuch aller Spiele, die dauerhafte Stimmung, die teils genialen Tifos, die Kollegschaften untereinander.

Und trotzdem: Mehr Respekt und Akzeptanz vor Nicht-Ultras :arrow: mehr Fans/grössere Masse :arrow: mehr singende Fans :arrow: grössere Stimmung :arrow: Hexenkessel Tourbillon kehrt zurück

Früher nahm der Vater den Sohn mit ins Tourbillon auf die Stehplätze und liess ihn an die Fans "heranwachsen"
Santo Baffo
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Beitrag von Santo Baffo » Fr 26 Mär 2010, 19:03

sabac hat geschrieben: das ganze ist also ein zweischneidiges schwert - es gibt pro und kontra.. ich weiss einfach nicht was die ultras zb. gegen ein im stadion übergreifendes hop sion haben.
diese zeiten sind nun auch schon ein paar jahre vorbei. auch die ultras machen übernehmen diese rufe mittlerweile so gut wie immer. sicherlich ein positiver wandel gegenüber der absoluten ignoranz von vor 5-6 jahren.
The Eye hat geschrieben:Man soll sich also an Gesetze halten welche die Ausübung der eigenen Fankultur stark behindern und einfach null Sinn machen? Es sind Gesetze von Idioten! ES SIND GESETZE!!! WENN DU DICH IN DER SCHWEIZ AUFHÄLTST, GELTEN SCHWEIZER GESETZE, IN FRANKREICH FRANZÖSISCHE, IN ENGLAND ENGLISCHE, USW...

Schon mal daran gedacht wieso sich die Gewaltspirale immer weiter dreht? Vielleicht weil der Staat versucht seine Gesetze, welche teilweise an Dummheit nicht zu überbieten sind, durchzusetzen. WÜRDE DER STAAT DAS NICHT TUN - WAS WÄRE DANN DER SINN VON GESETZEN? WANDERE AM BESTEN AUS IN EIN LAND, IN DEM DIE GESETZE DIR GEFALLEN - ODER GRÜNDE EIN EIGENES LAND. P.S: EIN STADION UND SEINE PERIPHERIE SIND K E I N EIGENES LAND!
gesetze, gesetze, gesetze... gesetze funktionieren nicht weil der staat sie mit hilfe von gewalt durchsetzt, sondern weil sie für die bevölkerung sinnvoll erscheinen und man sich daran hält. es interessiert die meisten einen feuchten furz ob man zünden darf oder nicht. jedoch muss man dann auch mit den konsequenzen rechnen, das ist klar! finde es aber komplett daneben wenn man etwas verurteilt, was man früher selber getan hat, nur weil es mittlerweile gesetzlich verboten ist.
BoondockSaint hat geschrieben: Meiner Meinung nach werden schon in naher Zukunft keine Pyros mehr gesehen. Die guten alten Stehplätze werden wohl auch abgeschafft.
Und mit ihnen werden wohl auch die Vorbrüller aus den Stadien verschwinden. Bleibt die Hoffnung, dass es danach trotzdem noch Leute gibt,
die aktiv etwas zur Stimmung beitragen wollen, sei dies durch Tifos oder orginelle Lieder, die sie der Kurve näher bringen.

Wünschenswert wäre es allemal.
wenn dies der fall wäre, würde ja die taktik voll keller-suter und co. voll aufgehen. das wird sie aber mit bestimmtheit nicht. zustände wie in england wird es hier die nächsten 20 jahre nicht geben. dazu müsste unser fussball plötzlich unheimlich populär werden, die stadien immer wochen zum voraus ausverkauft (=> preise würden steigen und jüngere, kritischere, wildere fans könnten sich keine tickets mehr leisten), um überhaupt eine solche kultur entstehen zu lassen.
selbst in deutschland, wo am wochenende in praktisch jeder spunte fussball läuft und sich unheimlich viele dafür interessieren ist dies nicht der fall (und die wenigen vereine, welche diese möglichkeit hätten, tun dies zum glück nicht, so dass fussball etwas für jedermann bleibt). pyros werden sowieso nicht verschwinden, da können sich unsere naiven politiker noch so dämliche gesetze und repressalien einfallen lassen. In deutschland brennt es ja mittlerweile fast an jedem spiel, nachdem sich die dortigen ultras vor der wm06 stark zurückgehalten haben. dabei ist die repression seit der wm dort ganz sicherlich nicht zurückgegangen.
wahrscheinlich werden sich in der schweiz die fronten weiter verhärten, bis es irgendwann, irgendwo mal extrem eskaliert. solange die medien woche für woche über die schlimmsten krawalle des jahrzehnts und über kinder die vor angst zu weinen begannen berichten, die breite öffentlichkeit dies glaubt und die politik mit grossem bla bla bla darauf reagiert, wird sich gar nichts verbessern.
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